Aktuelles

Stellungnahmen, Branchennews und Aktuelles aus
der Verbandsarbeit finden Sie hier. Schauen Sie gern regelmäßig vorbei.

Engpässe in Agrarlogistik erfordern Transporte mit 44 t

Engpässe in Agrarlogistik erfordern Transporte mit 44 t

Die zunehmend angespannte Situation in der Logistik der Agrarwirtschaft als Folge der COVID-19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine bedroht die Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln der aktuellen Erntesaison. Der bereits dramatische Mangel an Berufskraftfahrern hat sich durch die Pandemie sowie die Kriegssituation in Europa derartig verschärft, dass in Deutschland deutlich mehr als die bereits bekannten 60. – 80.000 Fernkraftfahrer fehlen. Ohne weitergehende Maßnahmen steuert die Agrarlogistik in Deutschland sehenden Auges in eine sehr ernste Notlage im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ernte. Zusätzlich führt die Kriegssituation in Europa zu einer Verlagerung der weltweiten Warenströme, was zu akuten Herausforderungen beim Im- und Export beiträgt, da beispielsweise für den von der EU-Kommission geforderten Solidaritätskorridor zusätzliche logistische Kapazitäten gebunden werden. Ohne eine spürbare Effizienzsteigerung der LKW-Transporte kann es daher zu Beginn der Erntesaison 2022 zu massiven Beeinträchtigungen des Transports von geernteten Produkten sowie zu Lagerungsengpässen kommen, mit entsprechenden Konsequenzen in der Gesunderhaltung und Weiterverarbeitung der Ernteprodukte auf einem ohnehin angespannten Weltmarkt.

DER AGRARHANDEL e.V. fordert daher, dass die Bundesregierung umgehend handeln muss, damit die lebensnotwendigen Logistikketten in der Agrarwirtschaft nicht unterbrechen oder gar abreißen.

Bereits Anfang April hatte sich eine Allianz aus Verbänden der Agrarwirtschaft in einem Brief an die zuständigen Bundesministerien gewandt und auf die akuten Engpässe in der Agrarlogistik sowie die Folgen für die weltweite Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln hingewiesen. Damals wie heute und insbesondere in diesem Krisenjahr fordern die Verbände, LKW-Fahrten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 t zumindest temporär für kurze Strecken von bis zu 150 km zu erlauben, ohne, dass Einzelfallgenehmigungen erforderlich sind. Denn der Transport mit 44 t ist im Kombinierten Verkehr gelebte Praxis und keine neue infrastrukturelle oder bürokratische Hürde. Dadurch könne jede siebte Fahrt eingespart werden und kurzfristig ein Beitrag zum Ausgleich der akuten Knappheit im Logistiksektor geleistet werden. Die Ausdehnung von Lenkzeiten, das Aussetzen von Sonn- und Feiertagsfahrverboten sowie Optimierungen beim Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz wären zudem ausdrücklich zu begrüßen.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandele.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34,
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail: zentrale@bv-agrar.de www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1,
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail: info@vdg-ev.de www.vdg-ev.de

Verträge sind auch in Krisenzeiten einzuhalten

Verträge sind auch in Krisenzeiten einzuhalten

Die Einhaltung geschlossener Verträge ist für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette maßgebliche Voraussetzung für einen funktionierenden Handel. Gestiegene Energie- und Transportkosten infolge des Ukrainekrieges treffen alle Marktbeteiligten gleichermaßen und geben keiner Vertragspartei das Recht, sich an getroffene Vereinbarungen nicht mehr halten zu müssen oder Änderungen verlangen zu können. Auf diesen Grundsatz der Vertragsgestaltung weist DER AGRARHANDEL aus aktuellem Anlass hin.

Besonders in der heutigen Situation ist dieser Grundsatz von enormer Bedeutung. Denn in der laufenden Kampagne wurde aufgrund der attraktiven Preise teilweise mehr als 50 Prozent der Ernte 2022 von der Landwirtschaft vorkontrahiert. Sollte die Landwirtschaft unter dem Vorwand höherer Gewalt oder gestörter Geschäftsgrundlage versuchen, sich der Kontraktverpflichtung zu entziehen, würde das über Jahre gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen Landwirtschaft und Erfassungshandel gestört.

DER AGRARHANDEL kann derzeit einen Anspruch zur einseitigen Änderung des Vertragsverhältnisses zugunsten der Landwirtschaft nicht erkennen. Anders formuliert: Es gibt kein allgemein gültiges Recht einer Vertragspartei auf ein „gewinnbringendes Geschäft“. Es kann eben auch dazu kommen, dass ein im Nachhinein verlustreicher Vertrag erfüllt werden muss. Auch dies kann sowohl Landwirtschaft als auch Erfassungshandel treffen. Das einseitige Abweichen oder Nicht- Erfüllen von Verträgen führt dabei in der Regel zur Schadenersatzpflicht.

Der Erfassungshandel sichert im Rahmen des internen Risikomanagements die Einkaufspositionen mit der Landwirtschaft an den Börsen ab. Aufgrund der hohen Preisdifferenzen sind an den Börsen Nachschüsse in einem nie dagewesenen Ausmaß angefallen. Würden die mit der Börsenposition zusammenhängenden Einkaufspositionen mit der Landwirtschaft nun ausfallen, entstünde ein erhebliche finanzieller Schaden, den es auszugleichen gilt.

Die Agrarhandelsunternehmen verstehen sich auch und gerade in Krisenzeiten als verlässlicher Partner der Landwirte. Die gesamte Wertschöpfungskette von Landwirtschaft, Erfassungshandel, Mühlen, Exportwirtschaft bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel verlässt sich auf die gegenseitige Liefertreue.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandele.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34,
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail: zentrale@bv-agrar.de www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1,
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail: info@vdg-ev.de www.vdg-ev.de

Sicherstellung der nächsten Ernte ist prioritär

DER AGRARHANDEL e.V. fordert Berücksichtigung bei Gaszuteilungen

Im Angesicht der gestern ausgerufenen Frühwarnstufe im Gasnotfallplan setzt sich DER AGRARHANDEL vehement dafür ein, dass bei der Zuteilung knapper Energieressourcen der Agrarhandel als wichtiges Glied in der Lebensmittelkette Berücksichtigung finden muss. „An der Einordnung des Agrarhandels als systemrelevante Branche während der Coronakrise ist auch vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine unbedingt festzuhalten“, betont Geschäftsführer Martin Courbier. Geschäftsführungs-Kollege Christof Buchholz ergänzt: „Die Lage auf den weltweiten Getreidemärkten ist so angespannt, dass es bei der nächsten Ernte auf jede Tonne Getreide ankommt.“ Die sich abzeichnende Frühjahrstrockenheit bereite dem Agrarhandel ernste Sorgen. Keinesfalls dürfe es im Sommer zusätzlich dazu kommen, dass aufgrund von Energie- Rationalisierungen Erntemengen nicht getrocknet, eingelagert und transportiert werden können. Eine zusätzliche Gefahr von Mindererträgen drohe durch die Lieferengpässe bei Düngemitteln. Insgesamt müsse die Sicherung der nächsten Ernte im politischen Diskurs ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Dazu fordert DER AGRARHANDEL ebenso spürbare Effizienzgewinne bei der Agrarlogistik, denn Zehntausende Fahrer fehlen aktuell zusätzlich durch Quarantäne-Maßnahmen sowie den Krieg in der Ukraine.

Anlässlich der zurzeit laufenden Agrarministerkonferenz mahnt DER AGRARHANDEL außerdem eine schnelle Entscheidung zum Umgang mit ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) an. „Die Zeit drängt!“, stellte Courbier fest. „Wenn in Deutschland die Nutzung ökologischer Vorrangflächen nicht innerhalb kürzester Zeit zugelassen wird, können keine Ackerflächen mehr bestellt werden.“ Zumal das entsprechende Saatgut erst noch bereitgestellt und ausgeliefert werden müsse. Die EU habe richtigerweise entschieden, dass die betreffenden Flächen mit allen Kulturen bestellt werden und die Pflanzen auch bedarfsgerecht gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden dürften. Deutschland dürfe hinter dieser gemeinsamen Entscheidung nicht zurückfallen. Die Grünen spielen jüngst mit dem Gedanken, die ÖVF auch für den Leguminosenanbau freizugeben, allerdings ohne den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. „Das wäre nicht mehr als ein fauler Kompromiss. Als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beim Anbau von Leguminosen im Rahmen des Greening verboten wurde, ist die Anbaufläche nicht ohne Grund eingebrochen“, kritisiert Courbier.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandele.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34,
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail: zentrale@bv-agrar.de www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1,
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail: info@vdg-ev.de www.vdg-ev.de

BVA und VdG verschmelzen zu DER AGRARHANDEL e.V.

BVA und VdG verschmelzen zu DER AGRARHANDEL e.V.

Berlin/Hamburg, 25. März 2022. Der Bundesverband Agrarhandel (BVA) e.V. in Berlin und der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG) e.V. in Hamburg verschmelzen zu dem neuen Branchenverband DER AGRARHANDEL e.V. Die Mitgliedsunternehmen beider Verbände haben die Fusion gestern auf ihren Mitgliederversammlungen in Berlin beschlossen.

DER AGRARHANDEL e.V. bietet seinen Mitgliedern künftig umfangreiche Facharbeit zum bundesweiten sowie internationalen Agrarhandel, Rechtsberatung, Netzwerktreffen sowie ein internationales Schiedsgericht. Mit vereinter Kraft wird er sich noch intensiver in die öffentliche und politische Diskussion einbringen und die Interessen der Branche vertreten. Über den europäischen Dachverband Coceral in Brüssel, den Bundesverband Groß- und Außenhandel, den Grain Club sowie weitere Verbände und Organisationen in London, Paris und Rotterdam ist DER AGRARHANDEL e.V. national und international ausgezeichnet vernetzt.

Der neue Verband geht aus zwei etablierten Bundesverbänden hervor und vereint somit deren Fachspezialisierungen und Angebote. Der BVA e.V. blickt auf eine über 70-jährige Geschichte zurück. Er vertrat und betreute den nationalen Agrarhandel, der der Landwirtschaft vor- beziehungsweise nachgelagert ist: Unternehmen, die Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Futtermittel an Landwirte liefern sowie Agrarrohstoffe wie Getreide und Ölsaaten erfassen, aufbereiten und vermarkten. Der VdG e.V. agierte über 150 Jahre lang als Sprachrohr des internationalen Groß- und Außenhandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln und Hülsenfrüchten und veranstaltete jährlich die wichtigsten Branchentreffen in der Hansestadt Hamburg. Das seit vielen Jahren erfolgreiche Schiedsgericht ist branchenweit für seine Kompetenz anerkannt und wird auch weiterhin in Hamburg geführt. Beide Bundesverbände arbeiten bereits seit 2020 verstärkt zusammen, beispielsweise in Form des gemeinsamen Twitter- und Facebook-Kanals „Agrarhandel Deutschland“ oder der erfolgreichen Seminarreihe „Gut zu wissen im Agrarhandel“.

„Wir sind sehr stolz auf diesen großen Schritt für unsere Branche. Damit setzen wir auch ein Signal, dass wir den Wandel bereits aktiv mitgestalten.“

Die beiden bisherigen Verbandspräsidenten Rainer Schuler, geschäftsführender Gesellschafter der Beiselen GmbH, und Thorsten Tiedemann, Vorstandsmitglied der Getreide AG, führen den neuen Verband bis zu den ersten Wahlen im September 2022 paritätisch. Die Leitung der Geschäftsstellen übernehmen die Geschäftsführer Martin Courbier (vormals BVA e.V.) und Christof Buchholz (vormals VdG e.V.). Beide bisherigen Büros bleiben mir ihren spezifischen Aufgaben im Verband DER AGRARHANDEL e.V. in Berlin bzw. Hamburg an bekannter Adresse aktiv.
„Durch den Zusammenschluss können wir mit gebündelter Kraft den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit verstärken“, erläutert Rainer Schuler. „In diesen schweren Krisenzeiten ist ein starker Fach- und Lobbyverband für die Mitglieder als Sprachrohr und Problemlöser unverzichtbar.“

„Neben der erweiterten Facharbeit schafft die Verschmelzung Synergien, von denen unsere Mitglieder profitieren“, unterstreicht Thorsten Tiedemann. „Wir sind sehr stolz auf diesen großen Schritt für unsere Branche. Damit setzen wir auch ein Signal, dass wir den Wandel bereits aktiv mitgestalten.“
DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandele.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandele.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34,
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail: zentrale@bv-agrar.de www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1,
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail: info@vdg-ev.de www.vdg-ev.de

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sicher umsetzen

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sicher umsetzen

BVA e.V. und VdG e.V. informieren Agrarhändler in ihrer Seminarreihe „Gut zu wissen im Agrarhandel“

Berlin/Hamburg, 27. Januar 2022. Welche Risiken bestehen in meiner Lieferkette? Wie richte ich ein Beschwerdemanagement ein? Und wie kann ich mein Unternehmen generell in Hinblick auf Sorgfaltspflichten rechtssicher aufstellen? Diese und weitere Fragen waren Inhalt eines knapp dreistündigen Online-Seminars am 25. Januar zum neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz des Bundesverbands Agrarhandel (BVA) e.V. und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG) e.V. Im Rahmen ihrer Online-Seminarreihe „Gut zu wissen im Agrarhandel“ gaben die beiden Branchenverbände Unternehmen die Möglichkeit, konkrete Handlungsempfehlungen von Expertinnen zu erhalten und Klarheit zu gewinnen.

„Bei vielen Unternehmen herrscht oft noch Unsicherheit, inwieweit sie von dem neuen Gesetz betroffen sind und welche Anpassungen in ihrem Betrieb notwendig sind“, erklärt BVA-Geschäftsführer Martin Courbier, der das Seminar moderierte. „Mit dem Seminar konnten wir konkrete, praktische Unterstützung geben und helfen, einige brennende Fragen zu klären.“ Die Verbände hatten Referentinnen geladen, die aus Unternehmensperspektive zeigten, wie eine Umsetzung gelingt, außerdem zwei Expertinnen des „Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte“. Als kostenloses Unterstützungsangebot der Bundesregierung berät der Helpdesk Unternehmen jeder Größe zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltsprozesse. Die Referentinnen erläuterten die Anforderungen des Gesetzes und stellten nützliche Online-Tools vor: Der CSR-Risiko-Check hilft bei der Einschätzung der lokalen Menschenrechtssituation sowie Umwelt-, Sozial- und Governancethemen in einzelnen Ländern und für verschiedene Commodities. Der KMU-Kompass unterstützt bei der Umsetzung der Sorgfaltsprozesse in Unternehmen. „Es geht zunächst darum, die Risiken im eigenen Geschäftsbereich und in der Lieferkette zu identifizieren und mit entsprechenden Präventions- und Abhilfemaßnahmen zu begegnen“, so Sabine Peters-Halfbrodt, Beraterin beim Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte. „Ein Perspektivwechsel hilft außerdem dabei, eine umfassende Sichtweise auf die Situation zu erlangen: Welche Auswirkungen hat die Tätigkeit des Unternehmens auf die Menschen, die von den Aktivitäten des Unternehmens betroffen sein können?“ Als Fazit des Seminars wurde deutlich, dass die Umsetzung der Anforderungen zwar sehr individuell ist, Unternehmen aber viel Hilfestellung dabei erhalten können, die den Prozess erleichtern.

„Bei vielen Unternehmen herrscht oft noch Unsicherheit, inwieweit sie von dem neuen Gesetz betroffen sind und welche Anpassungen in ihrem Betrieb notwendig sind.“

Unter dem Namen „Gut zu wissen im Agrarhandel“ bieten BVA e.V. und VdG e.V. bereits seit Anfang 2021 praxisnahe Online-Seminare für Mitglieder und Nicht- Mitglieder an. Kommende Themen sind unter anderem Finanz-Themen, wie Kreditsicherung und Kunden-Bonität, oder auch Carbon Farming. Informationen dazu stellen die Verbände auf ihren Websites bereit.

Bundesverband Agrarhandel e. V.

Der Bundesverband Agrarhandel e. V. (BVA) ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Die BVA-Mitgliedsunternehmen bereiten die von der Landwirtschaft gelieferten Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, qualitativ durch Trocknung und Reinigung auf und vermarkten diese Produkte als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Zudem vertreiben sie sowohl Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemittel als auch Futtermittel an die Landwirtschaft. Dem Agrarhandel kommt damit eine entscheidende Funktion in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette zu.

Über den VdG e.V.:

Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) ist der Bundesverband des internationalen Groß- und Außenhandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln und Hülsenfrüchten und seit über 150 Jahren am Welthandelsplatz Hamburg das offizielle Sprachrohr der Branche. Er agiert als Dienstleister für seine Mitglieder und darüber hinaus als Partner von Verwaltung, Politik und Wirtschaft in Berlin, Bonn und Brüssel.

Pressekontakt:

Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.
Anika Nicolaudius
Öffentlichkeitsarbeit
Adolphsplatz 1
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40-369879-12
E-Mail: nicolaudius@vdg-ev.de

Bildnachweis: Miltiadis Fragkidis / Unsplash

Die Preise für Agrarrohstoffe steigen – was steckt dahinter?

Die Preise für Agrarrohstoffe steigen – was steckt dahinter?

Die Weltmarktpreise für Agrarrohwaren liegen auf dem höchsten Niveau seit über 10 Jahren (1). Im November 2021 hatte sich der Preisindex für landwirtschaftliche Erzeugnisse seit dem Vorjahresmonat um 27,3 Prozent gesteigert. Vor allem Getreide hat deutlich zugelegt – im Vergleich zu Oktober 2021 um ganze 3,1 Prozent. Dies merken wir bereits beim Einkauf im Supermarkt. Lebensmittel verteuerten sich zuletzt um 4,8 Prozent – und übertrafen damit die allgemeine Inflationsrate von 4,5 Prozent.

Doch woraus resultiert diese scheinbar unaufhaltsame Preisentwicklung, die Branchenexperten seit vergangenem Jahr beobachten?

Die Nachfrage übersteigt das Angebot

Der einfach ersichtliche Grund besteht darin, dass global die Nachfrage über einen längeren Zeitraum, seit etwa 2017/2018, das Angebot überstiegen hat. Dadurch wurden weltweit Bestände abgebaut, die zuvor als Puffer gedient und Schwankungen in Angebot und Nachfrage ausgeglichen haben. Zurückzuführen ist diese Diskrepanz zunächst auf eine Kombination aus Wirtschaftswachstum und Minderproduktion in einzelnen Regionen: Wetterbedingt schlechtere Ernten vor allem in Brasilien, Kanada, Russland und USA führten zu einer geringeren Verfügbarkeit von Getreide und Ölsaaten auf den Märkten. Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft in den USA und in China und damit der Bedarf an Rohwaren. Während der ersten Phase der Corona-Pandemie hat sich außerdem global Nachfrage aufgestaut, die sich über das Jahr 2021 hinweg entladen hat. Aber noch weitere Faktoren zahlen auf die aktuelle Entwicklung ein.

Biokraftstoff-Quoten treiben Nachfrage nach Pflanzenölen

So führte die US-Wahl in 2020 zu einem Umschwenken in der Umweltpolitik des Landes: Fossilen Kraftstoffen sollten verstärkt Biokraftstoffe beigemischt werden. Diese Biodiesel-Mandate haben kurzzeitig den Bedarf an Pflanzenöl deutlich erhöht. Vor allem Palme, Soja, Mais und Raps werden für die Erzeugung von Biokraftstoffen eingesetzt. Mittlerweile hat die Regierung um Joe Biden die Beimischungsmenge wieder reduziert, was zu einer Entspannung des Marktes beitragen könnte. Hierzu dienlich waren auch die zwischenzeitlich sinkenden Rohölpreise. Sollte dieser jedoch, wie seit Mitte des Jahres, weiterhin steigen, so werden Biokraftstoffe wieder interessanter werden und ihre Verfügbarkeit könnte erneut sinken.

Erdgas- und Betriebsmittelpreise befeuern Produktionskosten

Auch Erdgas ist über die vergangenen Monate stetig teurer geworden und treibt die Kosten für die Produktion von Agrarrohstoffen in die Höhe. Doch nicht nur die Agrar- und Lebensmittelproduktion selbst sind von den gestiegenen Energiepreisen betroffen, sondern auch die Erzeugung von Betriebsmitteln. Gerade die Düngemittelproduktion benötigt viel Erdgas als Rohstoff und Energielieferanten: Bei der Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngemittel macht Erdgas bis zu 80 Prozent der Produktionskosten aus. Aktuelle Produktionslücken könnten sich sogar noch auf die Ernte in 2022 auswirken. Hinzu kommt nun, dass wichtige Düngerexporteure, wie Russland und China, angefangen haben, die Ausfuhr von Stickstoffdünger über Quoten zu regulieren. Dies dämmt die Verfügbarkeit weiter ein.

Kurzfristig würde gegen den Nachfrageüberhang nur eine global höhere Produktion helfen. Diese wird allerdings durch unvorhersehbare Faktoren, wie das Wetter, beeinflusst und durch externe Größen, wie die Energie- und Betriebsmittelverfügbarkeit, begrenzt. Folglich werden die Verbraucher auch in den kommenden Monaten noch mit steigenden Lebensmittelpreisen rechnen müssen.

Foto: Robert Wiedemann / Unsplash

1: FAO = Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

BVA e.V. und VdG e.V. setzen Hoffnung in konstruktiven Dialog mit Grün-geführten Ministerien BMEL und BMU

BVA e.V. und VdG e.V. setzen Hoffnung in konstruktiven Dialog mit Grün-geführten Ministerien BMEL und BMU

Berlin / Hamburg, 9. Dezember 2021. Gestern wurde die neue Bundesregierung vereidigt. Der Bundesverband Agrarhandel (BVA) e.V. und der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG) e.V. gratulieren dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz und seinen Ministerinnen und Ministern aus SPD, Grünen und FDP. Vor allem die Besetzung der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMU) hatten die Agrarhändler in den vergangenen Wochen aufmerksam beobachtet. Beide gingen nun an die Grünen: Cem Özdemir leitet künftig das BMEL, Steffi Lemke das BMU.

„Dass nun beide Ministerien von Personen derselben Fraktion geführt werden, lässt erwarten, dass sie in Zukunft effektiver zusammenarbeiten werden“, prognostiziert Martin Courbier, Geschäftsführer des BVA e.V.. „Von Cem Özdemir erhoffen wir uns, dass er seiner sachlichen Linie auch bei kontroversen landwirtschaftlichen Themen treu bleibt. Ich nehme ihn als integren, vertrauenswürdigen Realpolitiker wahr, der sich nicht scheut, Dinge offen und ehrlich anzusprechen. Das wird der Debatte um die zukünftige Ausrichtung der Land- und Agrarwirtschaft guttun. Und Steffi Lemke bringt als Agrarwissenschaftlerin Sachverstand auch für BMEL-Themen mit, was eine gute Voraussetzung für konstruktive Gespräche zwischen den Ministerien ist.“

„Dass nun beide Ministerien von Personen derselben Fraktion geführt werden, lässt erwarten, dass sie in Zukunft effektiver zusammenarbeiten werden.“

Martin Courbier, Geschäftsführer des BVA e.V

Christof Buchholz, Geschäftsführer beim VdG e.V., wünscht sich, dass die neu geführten Ministerien zukunftsorientiert voranschreiten, die Bedeutung des internationalen Agrarhandels für die globale Lebensmittelversorgung anerkennen und Innovationen stärken: „Ertragsstarke Regionen müssen optimal genutzt werden. Die Lebensmittel gilt es dann international zu verteilen, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. So werden weniger Ressourcen verbraucht, als es bei einer auf reine Selbstversorgung zielenden Produktion der Fall wäre. Ein freier internationaler Agrarhandel ist dafür unerlässlich. Auch Innovationen, wie beispielsweise neue genomische Techniken, gilt es zu stärken. Innovationen tragen dazu bei, dass Deutschland in der landwirtschaftlichen Erzeugung wettbewerbsfähig bleibt, ihre Nachhaltigkeit noch weiter verbessert und den Anschluss an den Weltmarkt behält.“

Über den VdG:

Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) ist seit über 150 Jahren am Welthandelsplatz Hamburg das anerkannte und offizielle Sprachrohr und die Interessenvertretung des internationalen Groß- und Außenhandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten, Fischmehl und Speisesaaten. Er agiert als Dienstleister für seine Mitglieder und darüber hinaus als Partner von Verwaltung, Politik und Wirtschaft in Berlin, Bonn und Brüssel.

Kontakt:
Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.
Christof Buchholz
Adolphsplatz 1
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40-369879-16
E-Mail: buchholz@vdg-ev.de

Bildnachweis: Deutscher Bundestag / Tobias Koch

Dramatisch steigende Energiepreise – Künftige Bundesregierung muss Perspektiven schaffen

Dramatisch steigende Energiepreise – Künftige Bundesregierung muss Perspektiven schaffen

Berlin/Hamburg, 05.11.2021 – Der dramatische Anstieg der Energiepreise wird zwangsläufig zu höheren Lebensmittelpreisen führen, wenn die künftigen Koalitionäre nicht die richtigen Weichen stellen. Der Bundesverband Agrarhandel e. V. und der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V. haben sich daher gestern gemeinsam mit acht weiteren Verbänden der Agrarwirtschaft an die Verhandler der Ampel-Koalition gewandt. Die Verbände forderten die Politiker auf, im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen der Bezahlbarkeit von Energieversorgung eine hohe Priorität einzuräumen.

Die Produktion von Düngemitteln beispielsweise ist sehr energieintensiv. Die gestiegenen Energiepreise realisieren sich in der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette und ihre Auswirkungen auf die Verbraucherpreise werden durch die exorbitant gestiegenen Düngemittelpreise noch verstärkt. Einige Industrieunternehmen haben bereits angekündigt, die Düngemittelproduktion zu drosseln, da diese aktuell wirtschaftlich nicht mehr möglich ist. Können die Kulturpflanzen aufgrund ungenügender Verfügbarkeit nicht im notwendigen Maß mit Nährstoffen versorgt werden, drohen Ernteeinbußen.

Das Problem der steigenden Energiepreise ist nicht nur ein akutes, sondern ein strukturelles: Die Verbände wiesen darauf hin, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarwirtschaft auch durch einige nationale und europäische Gesetzgebungsverfahren im Bereich der Energiepolitik gefährdet wird. So fehlen beispielsweise in der BEHG-Carbon-Leakage-Verordnung zahlreiche Branchen in der Liste der begünstigten Sektoren. Aus Sicht der Verbände bedarf diese Liste einer grundlegenden Überprüfung und Erweiterung. Im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft besteht die reelle Gefahr der Abwanderung ins Ausland, gerade von Bio-Betrieben, die ohnehin über weitere Strecken handeln. Auch im Rahmen der Änderung der Leitlinien für staatliche Beihilfen für Klima, Umweltschutz und Energie sollen die beihilfeberechtigten Branchen und die Beihilfehöhen massiv reduziert werden. Viele Unternehmen, die damit aus der besonderen Ausgleichsregelung des EEG fallen, werden damit im internationalen Wettbewerb schlechter gestellt.

Darüber hinaus sieht die Neufassung der EU-Energiebesteuerungsrichtlinie eine höhere Mindestbesteuerung für fossile Brennstoffe vor. Dadurch ist mit weiter steigenden Kosten zu rechnen, vor allem, weil Gas noch geraume Zeit als Brückentechnologie unverzichtbar bleiben wird.

Damit die Unternehmen der Agrarbranche auch weiterhin ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können, brauchen sie betriebswirtschaftlich sinnvolle Spielräume und Planungssicherheit. Die zukünftige Bundesregierung ist aufgefordert, diese sicherzustellen und damit ihren Beitrag zu leisten, die Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel in Deutschland auch in Zukunft sicherzustellen.

Über den VdG:

Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) ist seit über 150 Jahren am Welthandelsplatz Hamburg das anerkannte und offizielle Sprachrohr und die Interessenvertretung des internationalen Groß- und Außenhandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten, Fischmehl und Speisesaaten. Er agiert als Dienstleister für seine Mitglieder und darüber hinaus als Partner von Verwaltung, Politik und Wirtschaft in Berlin, Bonn und Brüssel.

Kontakt:
Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.
Christof Buchholz
Adolphsplatz 1
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40-369879-16
E-Mail: buchholz@vdg-ev.de

Bildnachweis: Matthew Henry / Unsplash

VdG e.V. formuliert Positionen zur Bundestagswahl 2021

VdG e.V. formuliert Positionen zur Bundestagswahl 2021

Hamburg, 2. September 2021. Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG) e.V. formuliert zur Bundestagswahl 2021 vier Empfehlungen an die zukünftige Bundesregierung: Der internationale Agrarhandel sollte gestärkt und ertragsstarke Regionen genutzt werden. Innovationen in der landwirtschaftlichen Erzeugung und im Agrarhandel müssten ermöglicht und gefördert werden. Neue Züchtungstechniken (NZT) müssten auf EU-Ebene rechtlich klar eingeordnet werden, um für Unternehmen Rechtssicherheit zu schaffen. Das europäische Lieferkettengesetz sollte sich an den Standards des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes der Bundesrepublik orientieren. Für diese Ziele sollte sich die neue Bundesregierung auch auf EU-Ebene einsetzen.

1. Die neue Bundesregierung sollte ertragsstarke Regionen und den internationalen Agrarhandel stärken, um die Versorgung Deutschlands mit vielfältigen Agrarerzeugnissen sicherzustellen als auch global zur Lebensmittelversorgung beizutragen.
Seit einigen Monaten bewegen sich die Preise für Getreide und Ölsaaten auf einem historisch hohen Niveau. Damit dieses sich nicht dauerhaft etabliert und letztendlich auf die Verbraucherpreise niederschlägt, muss ausreichend produziert werden. Agrarprodukte sollten daher vorrangig dort erzeugt werden, wo Ressourcen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und effizient genutzt werden können. In vielen Regionen Deutschlands sind die Voraussetzungen für eine hohe und nachhaltige Produktion gegeben. Klima und Boden begünstigen den Anbau vieler Agrarerzeugnisse, wie Weizen, Gerste, Roggen oder Raps, und auch Technikexpertise, Fachkräfte und Infrastruktur tragen zu guten Erträgen bei. In anderen Weltregionen lassen sich andere Produkte optimal erzeugen. Der internationale Handel schafft anschließend global Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Beides – ertragsstarke Regionen und Agrarhandel – gilt es, auf nachhaltige Weise zu nutzen und zu stärken.

2. Die neue Bundesregierung sollte Innovationen erleichtern und fördern, die die Landwirtschaft und den multilateralen Handel noch effizienter gestalten und so dazu beizutragen, dass der Weltbevölkerung nachhaltig erzeugte, hochwertige und erschwingliche Lebensmittel global zur Verfügung stehen.
Damit Landwirtschaft und Lebensmittelwertschöpfungskette die steigenden Nachhaltigkeitsansprüche auch in Zukunft erfüllen können, benötigen sie neue Technologien, digitale Systeme, risikoarme Pflanzenschutzmittel oder auch Neue Züchtungstechniken (NZT). Das Potential solcher Innovationen gilt es nutzbar zu machen, indem bestehende Systeme anerkannt und entsprechende rechtliche Regelungen geschaffen werden.

3. Die neue Bundesregierung sollte sich für die rechtlich klare Einordnung Neuer Züchtungstechniken (NZT) auf EU-Ebene einsetzen, um für Unternehmen Rechtssicherheit zu schaffen und weiterhin Importe aus Ländern zu ermöglichen, die bereits NZT anwenden.
Nicht nur bieten Neue Züchtungstechniken, wie zum Beispiel Genome Editing, Potential in der Anwendung, das derzeit ungenutzt bleibt, auch beeinträchtigt das veraltete EU- Recht den Handel. Beispielsweise in den USA, einem der weltweit wichtigsten Getreideexportländer, unterliegen genom-editierte Pflanzen ohne artfremdes genetisches Material keiner GVO-Regulierung und werden demnach nicht gekennzeichnet. Bislang ist es auch nicht möglich, allgemeingültig nachzuweisen, ob Rohwaren von genom-editierten oder konventionell gezüchteten Pflanzen stammen. Dies stellt Unternehmen, die Rohwaren international handeln oder weiterverarbeiten, vor große Herausforderungen, die wiederum mit einer hohen Rechtsunsicherheit verbunden sind. Das EU-Recht gilt es so zu modernisieren, dass Importeure Rechtssicherheit erlangen und Deutschland und die EU uneingeschränkt an den Weltmarkt angeschlossen sind.

4. Die neue Bundesregierung sollte sich bei der Ausgestaltung eines Lieferkettengesetzes auf EU-Ebene einbringen und sich dafür einsetzen, dass sich dessen Standards an dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz der Bundesrepublik orientieren.
Mit ihrem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ist die Bundesrepublik Vorreiter für rechtliche Regelungen zur Stärkung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten im unternehmerischen Handeln. Es gilt gleiche Voraussetzungen und Standards für alle EU-Länder zu schaffen, um die Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards in den Lieferketten, eine verträgliche Belastung der Unternehmen und fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Über den VdG:

Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) ist seit über 150 Jahren am Welthandelsplatz Hamburg das anerkannte und offizielle Sprachrohr und die Interessenvertretung des internationalen Groß- und Außenhandels mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten, Fischmehl und Speisesaaten. Er agiert als Dienstleister für seine Mitglieder und darüber hinaus als Partner von Verwaltung, Politik und Wirtschaft in Berlin, Bonn und Brüssel.

Kontakt:
Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.
Christof Buchholz
Adolphsplatz 1
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40-369879-16
E-Mail: buchholz@vdg-ev.de

Bildnachweis: Claudio Schwarz / Unsplash

Handel ist Wandel – Die Hamburger Getreidebörse von ihrer Geburtsstunde bis heute

Handel ist Wandel – Die Hamburger Getreidebörse von ihrer Geburtsstunde bis heute

Es war 1558: Hamburger Kaufleute erwirkten beim „Ehrbaren Rat der Stadt Hamburg“ das Recht, sich einen Platz an der Trostbrücke in Hamburgs früherem Hafenareal herzurichten. Sie verband damals die bischöfliche Altstadt rund um Dom und Petrikirche mit der gräflichen Neustadt. Hier kamen sie täglich zusammen, um Qualitäten zu vergleichen und zu handeln. Dies war die Geburtsstunde der Hamburger Börse, einer der ältesten deutschen Börsen überhaupt. Schon damals war die Hamburger Börse von zwei Ideen geprägt: Eine internationale Ausrichtung verbunden mit einem starken Gemeinschaftssinn.

Tradition, gepaart mit ständiger Bereitschaft zur Innovation und zur Anpassung an den sich wandelnden Markt ist auch heute noch Leitbild hanseatischer Händler. Und viele Börsen haben von damals bis heute überdauert: die Hanseatische Wertpapierbörse, die Kaffeebörse, die Börsen der Versicherungswirtschaft und Hausmakler und so auch die Hamburger Getreidebörse. Die Getreidebörse ist dabei die letzte aktive existierende „Warenbörse“.

Die Börse dient dem Handelsgeschäft

Doch was ist eigentlich die Aufgabe einer Warenbörse? Ursprünglich ging es darum, die wirtschaftlichen Interessen der Börsenmitglieder zu fördern. Die Hamburger Getreidebörse bot beispielsweise ein Forum, wo Händler und Makler Geschäfte mit Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln, Hülsenfrüchten oder Saatgut anbahnten und vermittelten.

Auch heute noch dient die Hamburger Getreidebörse dem Agrar-Handelsgeschäft. Sie gibt u.a. die Hamburger Futtermittelschlussschein und weitere Formularkontrakte heraus. Diese sollen helfen, Verträge fair abzuwickeln und Streitigkeiten zu verhindern. Sie sind öffentlich verfügbar und stehen hier zum Download bereit. Jeden Dienstag stellt die Notierungskommission der Getreidebörse zudem die Kassamarktpreise franko Hamburg für mehrere Getreidesorten, Futtermittel und Hülsenfrüchte fest und veröffentlicht sie als Preisorientierung für die Branche. Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. ist der Träger der Hamburger Getreidebörse. Er führt zugleich ihre Geschäfte.

Auch in Zeiten der Digitalisierung bleibt die Börse lebendig

Früher trafen sich die Getreidehändler mit Ihren Warenproben täglich. Heute kommen die Marktteilnehmer dreimal im Jahr zu überregionalen Börsen in der Handelskammer Hamburg zusammen: Jeden Januar, April und August drängen sich bis zu 700 Teilnehmende in den Börsensaal. Sie sichten das Angebot der ausstellenden Unternehmen, teilen Marktinformationen und diskutieren darüber, schließen Geschäfte ab und pflegen Kontakte. Der tägliche Handel erfolgt heute weitgehend per Internet, E-Mail und Telefon – das Leben an den Börsen hat sich geändert, aber das persönliche Treffen hat nicht an Wert verloren. Es ebnet auch heute noch den Weg für reibungslose Geschäfte. Wir freuen uns, dazu beizutragen und das Börsenleben in Hamburg mit allen Börsenbesuchern lebendig zu halten.