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Ertragssicherung durch Pflanzenschutz noch lange möglich?

Ertragssicherung durch Pflanzenschutz noch lange möglich?

Anlässlich des heutigen Agrarrates in Brüssel fordert die Geschäftsführung des Verbandes DER AGRARHANDEL die grundlegende Überarbeitung des Verordnungsvorschlages der EU-Kommission zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Kritisch sei vor allem das vollständige Verbot des Einsatzes jeglicher Pflanzenschutzmittel in sogenannten empfindlichen Gebieten, erklärt DER AGRARHANDEL und führt weiter aus, dass in Deutschland mehrere Millionen Hektar davon betroffen seien. Folglich würden die Erträge auf diesen Flächen drastisch sinken.

Gerade in Zeiten der aktuell vielfältigen Herausforderungen müsse die Ernährungssicherheit an erster Stelle stehen, verdeutlichte der Verband die Situation. „Es muss klug abgewogen werden, mit welchen Maßnahmen der Pflanzenschutzmitteleinsatz so reduziert werden kann, dass der Natur mehr Raum gelassen wird, aber auch eine effiziente Bewirtschaftung der Flächen möglich bleibt“, hob Martin Courbier hervor. Eine generelle Mengenreduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln um 50 % bis 2030 in Deutschland, wie es der Kommissionsvorschlag vorsehe, sei der falsche Weg. Es gibt bereits sinnvolle Vorschläge aus der Landwirtschaft, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den kommenden Jahren zu vermindern. Doch dürfe nicht vom Grundsatz der wissenschaftlichen Risikobewertung abgewichen und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Grundsatz in Frage gestellt werden. Zu den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission wurden bisher nur unzureichend die möglichen Folgen der Auswirkungen der Reduktion wissenschaftlich bewertet.

DER AGRARHANDEL unterstützt grundsätzlich den Ansatz einer Minimierung von Pflanzenschutzmitteln. „Man dürfe den Nutzen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln für eine ökonomisch sinnvolle Nutzung von Agrarflächen und die Sicherung der Qualität der Ernteprodukte jedoch nicht verkennen“, betonte Christof Buchholz.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandel e.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34,
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail: zentrale@bv-agrar.de www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1,
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail:  www.vdg-ev.de

Energieversorgung im Agrarhandel sichern

Energieversorgung im Agrarhandel sichern

Anlässlich der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern diese Woche in Quedlinburg fordert DER AGRARHANDEL die Fokussierung auf eine resiliente Energieversorgung der deutschen Agrarwirtschaft.

„Eine stabile, sichere und finanzierbare Energieversorgung systemrelevanter Wirtschaftszweige im Bereich Ernährung ist zwingend notwendig, um die ansteigende Inflation zu bremsen und gesellschaftliche Verwerfungen zu vermeiden“, mahnte der Präsident des Verbandes DER AGRARHANDEL Rainer Schuler. Er wies auf die Bedeutung des Agrarhandels als essenziellem Bestandteil der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette hin. „Die ausreichende Produktion von Lebens- und Futtermitteln, die mit der Erfassung durch unsere Mitgliedsunternehmen beginnt, ist keine Selbstverständlichkeit und sollte in der Abwägung energiepolitischer Maßnahmen ein deutliches Gewicht erfahren“, gab Schuler zu Bedenken.

„Wir brauchen nicht nur Entlastung für private Haushalte, auch das Rückgrat unserer Wirtschaft – und dazu zähle ich den Agrarhandel – muss diese Krise überleben können.“ 

Mit Blick auf die aktuellen Preise für Erdgas führte Schuler aus, dass die Agrarwirtschaft vor vielen Problemen stünde, deren mittel- und langfristige Auswirkungen von der Politik noch unterschätzt würden. So sei die heimische Produktion von Düngemitteln unrentabel geworden. Weder die Hersteller noch der Landwirt könnten die aktuellen Preise stemmen, Folge seien eine Unterversorgung der Bestände und damit Einbußen in der nächsten Ernte. Die drohenden Engpässe in der Verfügbarkeit von AdBlue würden die Krise in der Agrarlogistik noch deutlich verschärfen. Schuler äußerte die Befürchtung, dass die hohen Preise gerade kleine und mittelständische Agrarhandelsunternehmen bis an die Grenze der Belastbarkeit brächten. „Wir brauchen nicht nur Entlastung für private Haushalte, auch das Rückgrat unserer Wirtschaft – und dazu zähle ich den Agrarhandel – muss diese Krise überleben können“, forderte Schuler.

Dafür müsse sich die Politik jetzt auf die sichere und bezahlbare Versorgung mit Energie konzentrieren. Der schnelle Ausbau Erneuerbarer Energiequellen müsste im Fokus stehen. Da sei es jedoch ein falsches Signal, wenn etwa das mögliche Potential von Biogasanlagen für regionale Energiekreisläufe aus politischen Gründen nicht genutzt würde. In diesen sehr herausfordernden Zeiten sehe DER AGRARHANDEL auch die Möglichkeit, über eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten von Atom- und Kohlekraftwerken nachzudenken. Ausschließen solle man derzeit nichts, stellte Schuler heraus.

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DER AGRARHANDEL (DAH) wählt Rainer Schuler zum Präsidenten

DER AGRARHANDEL (DAH) wählt Rainer Schuler zum Präsidenten

Rainer Schuler (BAT Agrar GmbH) ist neuer Präsident des Verbandes DER AGRARHANDEL (DAH). Er wurde auf der Mitgliederversammlung in Hamburg einstimmig gewählt. Zusammen mit den VizepräsidentInnen Thorsten Tiedemann (Getreide AG), Jaana Kleinschmit von Lengefeld (ADM Hamburg AG), Ute Becker-Keller (Rupp Landhandel GmbH) und Bent Nissen (Hauptgenossenschaft Nord AG) führt er den neuen Verband in die erste reguläre Amtszeit.

„Wir bedanken uns bei den Mitgliedern für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Durch das breite Portfolio an Vertretern verschiedenster Berufsfelder des Agrarhandels, Unternehmensgrößen und Standorten wird uns ein guter Start gelingen“, so Rainer Schuler. Der neue Vizepräsident des DAH, Thorsten Tiedemann ergänzte: „Explizit bedanken möchten wir uns bei allen Mitgliedern, die in unseren Vorgängerverbänden BVA und VdG Ämter bekleidet haben, sei es in den jeweiligen Vorständen, Ausschüssen, Sektionen oder anderen Gremien. Dank dieser wertvollen Facharbeit stehen wir als DAH auf einem guten Fundament.“

Darüber hinaus wurde der Gesamtvorstand des Verbandes gewählt, in den zusätzlich die Ausschussvorsitzenden, die Regionenvertreter und weitere Mitglieder berufen wurden.

Mit dem Abschluss des heutigen Tages sind die Weichen für die zukünftige Verbandsarbeit gelegt. Das Team des DAH freut sich sehr, die Mitgliedsunternehmen mit starker, gemeinsamer Stimme bundesweit und international zu vertreten. Bereits in den letzten Monaten hat sich der DAH verstärkt in politische Diskussionen eingebracht und die Kommunikation in Sozialen Medien intensiviert. Neben der Bearbeitung tagesaktueller Branchenthemen bietet der DAH seinen Mitgliedern eine individuelle Rechtsberatung und umfangreiche Fachinformationen in sieben verschiedenen Fachausschüssen und setzt regelmäßige Netzwerktreffen weiter fort.

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Exporthürden bringen ukrainische Landwirte in Existenznot

Exporthürden bringen ukrainische Landwirte in Existenznot

Die logistischen Probleme beim Export von Getreide aus der Ukraine sind mitnichten gelöst, im Gegenteil verschärft sich die Situation täglich. Die Zeit drängt: Wenn es nicht gelingt, die Situation in den nächsten Wochen zu entspannen, wäre dies ein fatales Signal für die Weltmärkte und die ukrainischen Landwirte. Damit würde sich die Versorgungskrise schnell in das kommende Wirtschaftsjahr fortsetzen. Diese eindringliche Warnung richtete der Branchenverband DER AGRARHANDEL in Richtung der politisch Verantwortlichen Brüssel und Berlin.

Die Ernte in der Ukraine ist weitgehend abgeschlossen, Mais, Soja und Sonnenblumen werden ab September geerntet. Zwar konnten längst nicht alle Flächen abgeerntet werden, die Ergebnisse waren aber besser als erwartet. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA geht in einer konservativen Schätzung von einem Exportpotential der Ukraine in Höhe von 38 Mio. t Getreide und Ölsaaten aus. Dazu kommen noch Altbestände in Höhe von 13 Mio. t. Da der benötigte Inlandsverbrauch vermutlich überschätzt wird, geht DER AGRARHANDEL von einem tatsächlichen Exportpotential von 55-60 Mio. t aus. Um dieses auszuschöpfen, wären 4,5 bis 5 Mio. t Exporte pro Monat erforderlich. Über den Seeweg können davon 1,5 bis 1,7 Mio. t verschifft werden, sollte die Inlandslogistik nicht gestört werden. Das bedeutet, dass auch weiterhin die Route nach Süden über Rumänien oder nach Westen über Polen, die Slowakei und Ungarn unbedingt erforderlich sind.

In einer umfangreichen Situationsbeschreibung des Verbandes wird deutlich, dass das größte Problem nach wie vor die extrem verzögerte Abwicklung an der EU-Grenze zur Ukraine ist. Die Warteschlangen für LKW betragen aktuell bis zu 38 km, es ergeben sich Wartezeiten von 5-6 Tagen. Die dadurch entstehenden Zusatzkosten machen aktuell ca. 40 % oder 80-90 €/t an den gesamten Logistikkosten aus. Anders formuliert: Bei einem Preis von z. B. 330 €/t Weizen, die ein Landwirt im Ostseehafen erzielen kann. werden damit 25 % des Warenwertes allein durch Wartezeiten an der Grenze vernichtet. Die Wartezeiten haben somit den gleichen Effekt wie eine Exportsteuer, erklärt DER AGRARHANDEL: Sie senken den Inlandspreis für die Landwirte. Diese erhalten zurzeit nur 130 €/t. Doch nur wenn die ukrainischen Landwirte die neue Ernte sowie die Altbestände verkaufen können, erzielen sie die notwendigen Erlöse, um ausreichend liquide Mittel für die Herbstaussaat, Pacht und Löhne zu finanzieren.

Nachdem die Einrichtung der Getreidekorridore über die ukrainischen Häfen als großer Erfolg und Lösung der Exportprobleme begrüßt wurde, hat sich nach Einschätzung des Verbandes an der misslichen Situation über den Landweg nichts geändert. Die ukrainischen Landwirte, die unter schwierigsten Bedingungen die Feldbestellung und Ernte durchgeführt haben, fühlen sich im Stich gelassen. Ganz abgesehen von den dramatischen Folgen für die Bevölkerung der Importländer, die dringend auf Nahrungsmittel angewiesen sind. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, schnell zu handeln und den Weg für Nahrungsmittel aus der Ukraine in Richtung Westen zu beschleunigen.

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Agrartransporte brauchen funktionierende Infrastruktur

Agrartransporte brauchen funktionierende Infrastruktur

Das deutsche Wasserstraßennetz muss dringend ertüchtigt und für die Herausforderungen der Zukunft fit gemacht werden. Diese Forderung erhob DER AGRARHANDEL anlässlich des heute stattfindenden Treffens der Verkehrsminister. Die Unternehmen der Agrarhandelsbranche sind auf ein funktionierendes Verkehrsnetz und eine enge Verzahnung zwischen Fluss, Schiene und Straße angewiesen, um landwirtschaftliche Rohstoffe schnell und ohne Qualitätsverluste vom Landwirt an die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie transportieren zu können.

Die aktuelle Situation, in der niedrige Pegelstände großer Flüsse mit einem geringen Angebot an Frachtraum und einer gestiegenen Konkurrenz zwischen Lebensmitteln und Energieträgern um Transportkapazitäten zusammentreffen, bringe die Agrarlogistik an ihre Grenzen, betonte DER AGRARHANDEL. Teilweise müssten Nachfragen von Kunden wie Mühlen oder Futtermittelunternehmen abgelehnt werden, weil der Transport nicht zu organisieren sei.

In dieser Situation sei es ein völlig falsches Signal, dass der Bundeshaushalt eine Streichung der Investitionen in die Binnenschifffahrt und den Schienenverkehr um etwa ein Drittel vorsehe. Den Bekenntnissen von Bundesverkehrsminister Wissing, den Sanierungsbedarf erkannt zu haben und diesen angehen zu wollen, müssten nun Taten folgen, forderte DER AGRARHANDEL. Auch die geplanten Gesetzgebungsvorhaben zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren in der Infrastruktur müssten nun dringend vorangetrieben werden.

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Agrarlogistik in der Krise: Agrarhandel fordert 44 Tonnen

Agrarlogistik in der Krise: Agrarhandel fordert 44 Tonnen

Das wichtigste in Kürze:

  • Akuter Fahrermangel
  • Quarantäne bedingte Personalausfälle
  • Fehlende Logistikkapazitäten für die „solidarity lanes“ ▪ Sinkende Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen

Vor diesen Hintergründen erneuert DER AGRARHANDEL e.V. seine Forderung, LKW-Fahrten mit 44 Tonnen Gesamtgewicht für Agrartransporte freizugeben, um die Effizienz der Agrarlogistik zu erhöhen.

Die Agrarlogistik steht angesichts der laufenden Erntesaison vor immensen logistischen Herausforderungen. Aufgrund der anhaltenden Hitze musste die Ernte in vielen Regionen Deutschlands vorgezogen werden. Neben Lagerungsengpässen entstehen erhöhte Anforderungen an die Agrarlogistik, verglichen mit anderen Jahren, in denen sich die Erntesaison über einen längeren Zeitraum erstreckt. Agrarhandelsunternehmen müssen in kürzester Zeit hohe Warenmengen annehmen und weitertransportieren, damit die Lieferketten nicht abreißen und die Rohstoffe schnellstmöglich verwertet werden. Zu dem bekannten Mangel zigtausender LKW-Fahrer in Deutschland, den Personalausfällen durch die Pandemie und dem Krieg in der Ukraine, kommen nun noch kaum mehr befahrbare Wasserstraßen auf Rhein und Donau. Besonders im Fokus steht der Rhein, einer der wichtigsten Transportwege in Deutschland. Schiffe können bereits nur noch in der Fahrrinne fahren und müssen die Ladung so stark reduzieren, dass die Ladung eines Schiffes auf drei Schiffe verteilt werden muss. Das erhöht nicht nur die Transportkosten, sondern bindet bereits enorm knappe Ressourcen der Binnenschifffahrt. Der Pegelstand an einem der wichtigsten Messstandorte Kalb ist aktuell auf 47 cm gesunken. Ab 40 cm ist der Rhein für die Binnenschifffahrt nicht mehr befahrbar. Wenn der Schiffverkehr in Deutschland aufgrund sinkender Pegelstände zunehmend eingeschränkt wird, müssen alternative Logistikwege gefunden werden, damit der Handel mit Getreide und Ölsaaten nicht einbricht oder gar zum Erliegen kommt.

Vor diesem Hintergrund bekräftigt DER AGRARHANDEL e.V. erneut seine Forderung LKW-Fahrten mit 44 Tonnen Gesamtgewicht für Agrartransporte freizugeben, um die Effizienz der Agrarlogistik zu erhöhen. „Durch die Anhebung um 4 Tonnen Gesamtgewicht könnte jede siebte LKW-Fahrt eingespart werden und kurzfristig, auf unbürokratische Weise ein Beitrag zum Ausgleich der akuten Knappheit im Logistiksektor geleistet werden“, betont Martin Courbier. Der Transport mit 44 Tonnen ist im Kombinierten Verkehr auf deutschen Straßen bewährt und stellt keine neue infrastrukturelle Hürde dar. Auch bei Sturmschäden werden regelmäßig Ausnahmegenehmigungen für Rundholztransporte mit 44 Tonnen erteilt, damit die Schäden schnell beseitigt werden können. „Insbesondere in Anbetracht der dringend benötigten Kapazitäten zur Getreideausfuhr aus der Ukraine, wäre eine temporäre Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts der LKWs von 40 auf 44 Tonnen eine effektive Entlastung für die Agrarlogistik“, merkt Christof Buchholz an. Da die Exporte über den Seeweg aufgrund vieler organisatorischer Hürden bisher nicht die Getreidemengen bewegen, die man sich von der „Getreidebrücke“ erhofft hat, bleibt der Transport über den Landweg nach wie vor ein essenzielles Puzzlestück der Agrarlogistik, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

DER AGRARHANDEL e.V.

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DAH-Pressemeldung: Verschmelzung von BVA und VdG zu DER AGRARHANDEL e.V. (DAH) ist amtlich

DAH-Pressemeldung: Verschmelzung von BVA und VdG zu DER AGRARHANDEL e.V. (DAH) ist amtlich

Verschmelzung von BVA und VdG zu DER AGRARHANDEL e.V. (DAH) ist amtlich

 

Berlin/Hamburg, 01. Juli 2022.

Nun ist es amtlich: Der neue Verband „DER AGRARHANDEL – Bundesverband Agrarhandel und Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.“ wurde am 28. Juni 2022 ins Vereinsregister eingetragen. Die von den Gremien und Mitgliedern beider Vorgängerverbände BVA und VdG erarbeitete Verschmelzung ist jetzt formal abgeschlossen. „Eine gute Nachricht – dieser offizielle Startschuss motiviert uns und unsere Mitgliedsunternehmen einmal mehr, den Agrarhandel mit starker, gemeinsamer Stimme bundesweit und international zu vertreten“, so die erfreute Reaktion der Verbandspräsidenten Rainer Schuler und Thorsten Tiedemann, die den DAH bis zu den ersten Wahlen im September 2022 paritätisch führen.

Die Mitglieder konnten bereits in den letzten Monaten seit dem Beschluss der Mitgliederversammlung zur Fusion am 24. März 2022 in Berlin feststellen, dass sich das fachliche Portfolio und die öffentliche Sichtbarkeit des neuen Verbandes deutlich erweitert hat. Zu den aktuellen Herausforderungen in der Agrarlogistik hat sich DAH deutlich in die öffentliche Diskussion eingebracht und ist in der politischen Lobbyarbeit und der Kommunikation in Sozialen Medien verstärkt aktiv. Neben der Bearbeitung tagesaktueller Themen ist das Ziel des DAH, künftig die Interessen seiner Mitglieder zum bundesweiten sowie internationalen Agrarhandel mit noch größerer Durchschlagskraft zu unterstützen. DAH bietet umfangreiche Rechtsberatung und Fachinformationen in sieben verschiedenen Fachausschüssen und setzt bewährte Netzwerktreffen weiter fort.

DAH ist nun formal der Rechtsnachfolger von BVA und VdG. Er tritt damit nicht nur in alle bestehenden Rechtsverhältnisse der Vorgängerverbände ein, sondern ist damit auch Träger des branchenweit anerkannten Schiedsgerichtes, welches in der Geschäftsstelle in Hamburg angesiedelt ist. Die Abläufe zu Schiedsverfahren, Personalien und Räumlichkeiten des Schiedsgerichtes bleiben unverändert. DAH wird in Kürze auf seine Vertragspartner, befreundete Verbände und andere Netzwerkkontakte zukommen und die neuen Kontaktdaten mitteilen. Für Fragen dazu stehen die Geschäftsführer Martin Courbier (vormals BVA e.V.) und Christof Buchholz (vormals VdG e.V.) gerne zur Verfügung. Beide bisherigen Büros bleiben mit ihren spezifischen Aufgaben im Verband DAH in Berlin bzw. Hamburg an bekannter Adresse aktiv.

 

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandel e.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Halbierung des Pflanzenschutzes verfehlt Realitätscheck

Halbierung des Pflanzenschutzes verfehlt Realitätscheck

Die Europäische Kommission schlägt vor, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren, ohne dabei die realen Herausforderungen landwirtschaftlicher Erzeugung in der Praxis zu berücksichtigen. Bei gleichermaßen hohen Ansprüchen der EU-Kommission an die Produktivität der Anbauflächen, die Ernteprodukte mit hohem Nährwert und konstant bleibender Lebensmittelsicherheit liefern sollen, sind die Forderungen faktisch nicht zu realisieren. Auch DER AGRARHANDEL steht für eine kritische Überprüfung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, lehnt aber pauschale Minderungsziele, die mit den regional unterschiedlichen Bedingungen verschiedener landwirtschaftlicher Produktionssysteme nicht zu vereinbaren sind, ausdrücklich ab. DER AGRARHANDEL unterstützt einen ganzheitlichen Ansatz, der den Landwirten flexible Instrumente an die Hand gibt, um auf unterschiedliche klimatische sowie epidemiologische Entwicklungen reagieren zu können, damit Anbauflächen effizient genutzt werden können. Für einen effizienteren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln spielt etwa auch die Beratung eine große Rolle, die neben der Offizialberatung vielfach auch von Agrarhändlern vor Ort geleistet werden kann. Solche Ansätze gilt es vielmehr auszubauen, statt ordnungsrechtliche Vorgaben zu machen, die Effizienzansprüche landwirtschaftlicher Anbausysteme und Agrarmärkte ignorieren.

Für die weiteren Ausarbeitungen des Kommissionsvorschlages fordert DER AGARHANDEL einen realistischen Blick in die Praxis landwirtschaftlicher Produktion, das Aufzeigen von Zielkonflikten in der Umsetzung sowie eine unbedingte Offenheit für Innovation, die zur Lösung beitragen können.

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Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Ukraine gefordert

Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Ukraine gefordert

Über drei Monate nach dem Angriff der Ukraine durch Russland spitzt sich die Situation für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Ukraine dramatisch zu. Die Blockaden der ukrainischen Schwarzmeerhäfen bestehen weiterhin und jüngst wurde ein Getreideterminal in der Nähe von Mykolajiw beschossen und zerstört. Im Durchschnitt verlassen in Friedenszeiten monatlich 5 bis 6 Mio. t Getreide, Ölsaaten, pflanzliche Öle und Ölschrote die Ukraine auf dem Seeweg. Damit versorgt das Land viele Länder im Nahen Osten, Nord- und Subsaharaafrika und Asien. Aber auch Portugal, Spanien, Italien und Griechenland, die sich aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen nicht ausreichend selbst versorgen können, sind Importeure von ukrainischem Getreide. Derzeit können Getreide und Ölsaaten aus der Ukraine aufgrund der mangelnden Transportkapazitäten nicht vermarktet werden. Das hat zum einen gravierende Auswirkungen auf die Liquiditätssituation landwirtschaftlicher Betriebe in der Ukraine und zum anderen auf die Preisentwicklung von Nahrungs- und Futtermitteln auf dem Weltmarkt mit verheerenden Folgen insbesondere für Getreideimportländer. Nur wenn die Ernteprodukte aus der Ukraine zügig und preiswert in der EU bewegt werden können, kann die Lebensmittelversorgung in diesen Ländern erhalten werden. Weiterhin benötigen die ukrainischen Betriebe eine effiziente Versorgung mit Treibstoffen, Saatgut und anderen Betriebsmitteln. Auch das gilt es jetzt zu organisieren! Denn bereits in zwei Monaten beginnt die Aussaat für die Ernte 2023. Damit werden heute die Weichen für die Versorgung der Welt im Getreidewirtschaftsjahr 2023/24 gestellt. Einige Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes DER AGRARHANDEL bemühen sich, die Transporte von ukrainischem Getreide schnellstmöglich zu organisieren, wobei die Abladungen des Getreides von unterschiedlichen Typen von Lkws, Bahnwaggons oder Schiffscontainer logistisch zu bewerkstelligen sowie Zahlungsmodalitäten schnell abzuwickeln sind. Leider stoßen die Unternehmen an Probleme, die sie allein aktuell nicht lösen können. Die Vorschläge der EU, nationale Koordinierungsstellen einzurichten, über die die Flaschenhälse in der Agrarlogistik adressiert und behoben werden sollen, sind deshalb ausdrücklich zu begrüßen. Die adressierten Maßnahmen sind bisher allerdings zu wenig konkret, merkt Martin Courbier an. Es müssen schnell effektive Solidaritätskorridore geschaffen werden, um den massiven Einbrüchen in der landwirtschaftlichen Produktion in der Ukraine entgegenzuwirken, betonte Christof Buchholz.

Es sei an der Zeit, dass eine konzertierte Aktion aus deutscher Politik und der Wirtschaft die Ukraine und ihre Landwirte in diesen schweren Zeiten unterstützen, so DER AGRARHANDEL, der sich am vergangenen Freitag in einem offenen Brief mit konkreten Vorschlägen, wie die Getreidetransporte aus der Ukraine beschleunigt werden können, an die Bundesminister Özdemir (BMEL), Wissing (BMDV), Lindner (BMF) und Habeck (BMWK) wandte.

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Engpässe in Agrarlogistik erfordern Transporte mit 44 t

Engpässe in Agrarlogistik erfordern Transporte mit 44 t

Die zunehmend angespannte Situation in der Logistik der Agrarwirtschaft als Folge der COVID-19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine bedroht die Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln der aktuellen Erntesaison. Der bereits dramatische Mangel an Berufskraftfahrern hat sich durch die Pandemie sowie die Kriegssituation in Europa derartig verschärft, dass in Deutschland deutlich mehr als die bereits bekannten 60. – 80.000 Fernkraftfahrer fehlen. Ohne weitergehende Maßnahmen steuert die Agrarlogistik in Deutschland sehenden Auges in eine sehr ernste Notlage im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ernte. Zusätzlich führt die Kriegssituation in Europa zu einer Verlagerung der weltweiten Warenströme, was zu akuten Herausforderungen beim Im- und Export beiträgt, da beispielsweise für den von der EU-Kommission geforderten Solidaritätskorridor zusätzliche logistische Kapazitäten gebunden werden. Ohne eine spürbare Effizienzsteigerung der LKW-Transporte kann es daher zu Beginn der Erntesaison 2022 zu massiven Beeinträchtigungen des Transports von geernteten Produkten sowie zu Lagerungsengpässen kommen, mit entsprechenden Konsequenzen in der Gesunderhaltung und Weiterverarbeitung der Ernteprodukte auf einem ohnehin angespannten Weltmarkt.

DER AGRARHANDEL e.V. fordert daher, dass die Bundesregierung umgehend handeln muss, damit die lebensnotwendigen Logistikketten in der Agrarwirtschaft nicht unterbrechen oder gar abreißen.

Bereits Anfang April hatte sich eine Allianz aus Verbänden der Agrarwirtschaft in einem Brief an die zuständigen Bundesministerien gewandt und auf die akuten Engpässe in der Agrarlogistik sowie die Folgen für die weltweite Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln hingewiesen. Damals wie heute und insbesondere in diesem Krisenjahr fordern die Verbände, LKW-Fahrten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 t zumindest temporär für kurze Strecken von bis zu 150 km zu erlauben, ohne, dass Einzelfallgenehmigungen erforderlich sind. Denn der Transport mit 44 t ist im Kombinierten Verkehr gelebte Praxis und keine neue infrastrukturelle oder bürokratische Hürde. Dadurch könne jede siebte Fahrt eingespart werden und kurzfristig ein Beitrag zum Ausgleich der akuten Knappheit im Logistiksektor geleistet werden. Die Ausdehnung von Lenkzeiten, das Aussetzen von Sonn- und Feiertagsfahrverboten sowie Optimierungen beim Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz wären zudem ausdrücklich zu begrüßen.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandel e.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

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