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DAH fordert Offenheit gegenüber neuen genomischen Techniken (NGT)

DAH fordert Offenheit gegenüber neuen genomischen Techniken (NGT)

Pflanzen, die mithilfe neuer genomischer Techniken gezüchtet wurden, müssen einem
praktikablen Regelungsregime unterliegen.

Dies ist zwingend notwendig, um die akuten Herausforderungen der Landwirtschaft zu bewältigen sowie weltweiten Handel und damit Ernährungssicherung zu gewährleisten, fordert DER AGRARHANDEL (DAH) anlässlich der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft zu neuen genomischen Techniken (NGT) im Bundestag gestern.

Aus Sicht des DAH ist es nicht nachvollziehbar, dass Pflanzen, die aus NGT hervorgegangen sind, nach europäischem GVO-Recht reguliert werden, obwohl NGT-Pflanzen sich nicht von Pflanzen unterscheiden, die auf natürliche Wiese entstanden oder aus klassischen Mutageneseverfahren hervorgegangen sind. „Sollte sich die EU in Bezug auf neue innovative Pflanzenzüchtungstechniken weiterhin auf einen rechtlichen Alleingang begeben, werden sich die bereits bestehenden Standortnachteile für Wirtschaft und Wissenschaft weiter verschärfen“ mahnt DAH-Geschäftsführer Martin Courbier. „In Anbetracht des weltweit zunehmenden Konsens, dass NGT-Pflanzen nicht als GVO zu regulieren sind, würde eine europäische Abschottung zu massiven Hindernissen und nicht kalkulierbaren Risiken im internationalen Welthandel führen“ erklärt Courbier weiter. Agrarhandelsunternehmen in Deutschland und der EU benötigen ein weltweit einheitliches level playing field um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Chancen zu ignorieren, die neue Züchtungstechnologien bieten, um die Ziele des europäischen Green Deals sowie eine nachhaltigere und produktivere Landwirtschaft zu ermöglichen, wäre angesichts des Klimawandels, der wachsenden Weltbevölkerung und der akuten Nahrungsmittelkrise weder sinnvoll noch angemessen.

„50 % der Zugewinne der landwirtschaftlichen Produktivität wurden in der Vergangenheit durch neue Sorten von Nutzpflanzen und innovative Züchtung ermöglicht“, so Prof. Dr. Hans-Georg Dederer, Universität Passau als Sachverständiger in der öffentlichen Anhörung.  DER AGRARHANDEL begrüßt die Initiative der EU-Kommission, die EU-Gesetzgebung von NGT-Pflanzen im kommenden Jahr anzupassen daher ausdrücklich und unterstützt eine Offenheit gegenüber Innovationen in der Landwirtschaft. Dass diese Offenheit nicht zwangsweise mit Deregulierung gleichzusetzen ist, zeigen Transparenzinitiativen von Züchtungsunternehmen sowie die breite Unterstützung des europäischen und deutschen Sortenschutzes.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandel e.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

Pressekontakt:

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790 741-0
E-Mail:
www.bv-agrar.de

Christof Buchholz
Geschäftsführer
Adolphsplatz 1
20457 Hamburg
Tel.: +49 40 36 9879-0
E-Mail:
www.vdg-ev.de

EU setzt ein klares Zeichen der Solidarität

EU setzt ein klares Zeichen der Solidarität

Der EU-Kommission ist ein großer Wurf gelungen: Gemeinsam mit einer Reihe von Staaten und Finanzinstituten wurde eine Milliarde Euro für den Ausbau der Solidaritätskorridore in die Ukraine mobilisiert.

DER AGRARHANDEL begrüßt die Maßnahmen ausdrücklich und gratuliert den Beteiligten zu diesem Erfolg für Europa und die Welt.

„Europa lässt Taten sprechen und nimmt entschlossen finanzielle Mittel in die Hand, die maßgeblich zur Unterstützung der Ukraine und zur Sicherung der weltweiten Nahrungsmittelversorgung beitragen“, so die erfreute Reaktion von Martin Courbier auf die am vergangenen Freitag veröffentlichte Pressemeldung.

„Damit wird ein klares Zeichen der Solidarität und eine kraftvolle Maßnahme gegen die gezielte Instrumentalisierung von Nahrungsmitteln gesetzt“, ergänzt Christof Buchholz und führt weiter aus, dass „die Solidaritätskorridore immer mehr an Ihre Kapazitätsgrenzen kommen.“ Denn bereits vor dem Krieg in der Ukraine herrschten massive Engpässe für Agrartransporte über den Landweg per LKW und Schiene. „Die Modernisierung, Instandsetzung sowie der gezielte Ausbau der Eisenbahn- und Straßeninfrastruktur sind eine dringend notwendige Investition“. Der im Mai eingerichtete Solidaritätskorridor ermöglichte, dass zwischen Mai und Ende Oktober, trotz der Blockade der Schwarzmeerhäfen, rund 25 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide, Ölsaaten und andere Agrarerzeugnisse in die Weltmärkte exportiert werden konnten. Nur wenn Ernteprodukte aus der Ukraine zügig und preiswert exportiert werden können, kann die Lebensmittelversorgung sowie Preisstabilität auch in den ärmsten Ländern der Welt erhalten werden. Die ukrainischen Betriebe benötigen neben effizienten Exportrouten für Getreidetransporte eine effiziente Versorgung mit Treibstoffen, Saatgut sowie anderen Betriebsmitteln. Auch das gilt es jetzt zu berücksichtigen, um die Landwirte in der Ukraine zu unterstützen und zu verhindern, dass die aktuelle Nahrungsmittelkrise sich in die kommenden Wirtschaftsjahre fortsetzt.

DER AGRARHANDEL e.V.

Der Agrarhandel e.V. ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern. Der Agrarhandel e.V. ging 2022 aus einer Verschmelzung des Bundesverbands Agrarhandel e.V. (BVA) und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG) hervor. Er unterhält Geschäftsstellen in Hamburg und Berlin.

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Gas- und Strompreisbremse am Gesamtverbrauch orientieren

Gas- und Strompreisbremse am Gesamtverbrauch orientieren

Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten, deren gesamter Strom- und Gasverbrauch dem von Industrieunternehmen entspricht, müssen von der Gas- und Strompreisbremse in gleichem Umfang wie diese profitieren.

Diese Forderung erhob DER AGRARHANDEL im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen zur den geplanten Energiepreisrabatten. Hintergrund ist, dass die bislang vorgeschlagene Regelung differenziert zwischen einerseits Privathaushalten und Unternehmen, die dem sogenannten Standardlastprofil (SLP) unterfallen und andererseits Industrieunternehmen, die an einem Standort viel Energie verbrauchen und deswegen andere Zähler verwenden, sog. registrierte Leistungsmessung (RLM). Da die Art der Zähler als Anknüpfungspunkt für die Unterstützungsleistungen herangezogen wird, führt dies dazu, dass Industrieunternehmen stärker und früher von der Preisbremse profitieren, auch wenn kleine und mittelständische Unternehmen an verschiedenen Betriebsstätten in Summe ebenso viel Energie einsetzen. Dies entspricht jedoch nicht dem Bedarf, kritisiert DER AGRARHANDEL. Denn egal wie viele und welche Zähler im Einsatz sind – die Rechnung zahlt am Ende dasselbe Unternehmen.

Gerade im Agrarhandel sind Firmenstandorte häufig weit verzweigt, um Ware in der Fläche handeln zu können. Um Ungleichbehandlungen zu vermeiden, muss unabhängig davon, welche Zähler im Unternehmen installiert sind, der gesamte Energieverbrauch eines Unternehmens kumuliert über alle Zähler und Standorte als Maßstab herangezogen werden, so dass alle Unternehmen mit vergleichbarem Energieeinsatz in den Genuss der gleichen Rabattierung kommen, macht DER AGRARHANDEL deutlich.

Auch wenn das parlamentarische Verfahren verständlicherweise im Eiltempo durchgezogen werden muss, damit die Regelungen zum 1. Januar bzw. 1. März nächsten Jahres greifen können, dürfen keine handwerklichen Fehler passieren, die dazu führen, dass ein Großteil der Agrarhandelsunternehmen und andere KMU aufgrund eines rein formalistischen Ansatzes nur unzureichend berücksichtigt werden, mahnt DER AGRARHANDEL.

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Instrumentalisierung von Nahrung ist inakzeptabel

Instrumentalisierung von Nahrung ist inakzeptabel

Eine unerwartete Kehrtwende im Getreideabkommen: Russland kehrt zu dem Abkommen zurück, das ukrainische Getreide-Exporte durch das Schwarze Meer ermöglicht.

„Die Instrumentalisierung von Nahrungsmitteln und Hungersnot als Druckmittel für Kriegsinteressen ist nicht hinnehmbar,“ führt Martin Courbier aus (DAH-Geschäftsführer) und rät, um die Lage schnell und unbürokratisch zu verbessern, dringend die vorhandenen Alternativrouten über den Landweg zu erhalten, sowie deren Effizienz weiter zu steigern. Getreidetransporte per Schiene sollten in Deutschland und der EU priorisiert werden, denn die Wartezeiten der Schiffe – auf jeder Seite des Bosporus – beträgt derzeit mindestens 12-15 Tage.“ Eine Besserung sei nicht in Sicht. Zwar habe sich die Situation an der polnischen Grenze etwas verbessert – Wartezeiten für LKW lägen jetzt bei ca. 2-3 Tage und nicht mehr bei über einer Woche, so Christof Buchholz (DAH-Geschäftsführer). „Insgesamt ist die Abwicklung aber sehr schleppend. Zudem ist es angesichts der angespannten Lage ohne Ausblick auf eine Verbesserung nicht verständlich, dass – im Gegensatz zu einigen europäischen Nachbarländern – in Deutschland Getreidetransporte mit LKWs von 44 Tonnen Gesamtgewicht nicht zugelassen sind,“ erklärt Martin Courbier zur aktuellen Lage.

DER AGRARHANDEL bekräftigt daher seine dringende Forderung an die Bundesregierung in diesen Krisenzeiten alternative Transportwege zu stärken und über die genannten Maßnahmen effizienter zu gestalten. In diesem Zusammenhang begrüßt der DAH die Initiative der EU-Kommission das Schienennetz in der EU und insbesondere den Transport per Zug aus der Ukraine, auszubauen und zu restrukturieren. Die Leidtragenden einer kalkulierten Destabilisierung der Getreidemärkte sind die ärmsten Menschen dieser Welt. Gunststandorte für den Getreideanbau haben eine Verantwortung gegenüber der Weltgemeinschaft und insbesondere gegenüber Ländern, die aufgrund von Standortnachteilen auf die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln angewiesen sind.

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Ertragssicherung durch Pflanzenschutz noch lange möglich?

Ertragssicherung durch Pflanzenschutz noch lange möglich?

Anlässlich des heutigen Agrarrates in Brüssel fordert die Geschäftsführung des Verbandes DER AGRARHANDEL die grundlegende Überarbeitung des Verordnungsvorschlages der EU-Kommission zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Kritisch sei vor allem das vollständige Verbot des Einsatzes jeglicher Pflanzenschutzmittel in sogenannten empfindlichen Gebieten, erklärt DER AGRARHANDEL und führt weiter aus, dass in Deutschland mehrere Millionen Hektar davon betroffen seien. Folglich würden die Erträge auf diesen Flächen drastisch sinken.

Gerade in Zeiten der aktuell vielfältigen Herausforderungen müsse die Ernährungssicherheit an erster Stelle stehen, verdeutlichte der Verband die Situation. „Es muss klug abgewogen werden, mit welchen Maßnahmen der Pflanzenschutzmitteleinsatz so reduziert werden kann, dass der Natur mehr Raum gelassen wird, aber auch eine effiziente Bewirtschaftung der Flächen möglich bleibt“, hob Martin Courbier hervor. Eine generelle Mengenreduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln um 50 % bis 2030 in Deutschland, wie es der Kommissionsvorschlag vorsehe, sei der falsche Weg. Es gibt bereits sinnvolle Vorschläge aus der Landwirtschaft, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den kommenden Jahren zu vermindern. Doch dürfe nicht vom Grundsatz der wissenschaftlichen Risikobewertung abgewichen und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Grundsatz in Frage gestellt werden. Zu den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission wurden bisher nur unzureichend die möglichen Folgen der Auswirkungen der Reduktion wissenschaftlich bewertet.

DER AGRARHANDEL unterstützt grundsätzlich den Ansatz einer Minimierung von Pflanzenschutzmitteln. „Man dürfe den Nutzen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln für eine ökonomisch sinnvolle Nutzung von Agrarflächen und die Sicherung der Qualität der Ernteprodukte jedoch nicht verkennen“, betonte Christof Buchholz.

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